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boy george - ordinary alien

Vom Knast in die Electronic-Disco
Das Leben und Wesen des 49jährigen George Alan O’Dowd ist wie sein zweitgrösster Hit “Charma Chamelon” antönt eine stete Wandlung an Farben und Tönen, die die Oeffentlichkeit nach dem Knastaufenthalt vor zwei Jahren wieder vermehrt auf die Musik lenken soll. Keine zwei Monate nach dem Boy George bei der Tournee von “Night of the Proms” seine 80er Hits sang, kommt mit der Scheibe “Ordinary Alien” das totale Gegenteil auf den Markt nämlich Electro. Wer den Jungen im Künstlernamen trägt, ist verpflichtet am Plus der Zeit zu produzieren und so gesehen ist das aussergewöhnliche Album des Engländers die logische Konsequenz aus seiner zwanzigjährigen DJ- Arbeit, wo er sich den Starhimmel von früher erhalten konnte und international erfolgreich ist. Im Gegensatz zu Boy George Singer/Songwriteralbum vor von fünf Jahren ist “Ordinary Alien” eine Scheibe, die von der ersten bis zur letzten Minuten auf einen tanzbaren Rhythmus setzt und pausenlos Dampf gibt. Interessant sind die Einfälle wie bei “Yes we can” mit der Sprache Obamas oder dann der deftige Slang bei “Sanitzed”. Das Album ist überhaupt eine Abbild von Boy Georges Vergangenheit, der als Junge eines Profiboxers aus dem Süden Londons anders fühlt als die Schulkollegen und sich mit Musik über die Missgunst der Leute hinwegsetzt und dabei einzigartig bleibt. Klar ist der Künstler auch ein Provokateur und so ist der kraftvolle Schlusstrack “Look pon u”  wie das Video zu “Amanzing Grace” nichts für Konservative. “Ordinary Alien” beweist, das Boy George rebelisches Gehabe und das Ohr für zeitgenössiche Musik im Knast nicht abhanden gekommen ist und er wieder da ist mit lauten Tönen für die Tanzfläche. www.boygeorgeuk.com     

juerg kilchherr am 5.2.11 13:19

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