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BUMshankar - Von Niederwangen zum Mond und zurück mit Tanzsound im Gepäck

Als Strassenmusiker - Combo begannen BUMshankar aus der Region Bern 1996. Nun bestiegen sie mit der zweiten CD "Curiosity" das Raumschiff und verlassen mit ihrer eigenwilligen Musik aus Reggae und anderen Stilen die Fussgängerzone, um die Welt als Tanzband mit der Schwerelosigkeit ihres Sounds zu verzaubern. Lass uns tanzen!Als ich die zweite CD von Euch “Curiosity” in den Händen hielt, machte mich zuerst noch etwas mehr neugieriger als die Musik: Wie seit ihr auf den Bandnamen Bumskankar gestossen und was bedeutet er?Der Kern der Gruppe hat sich in den Neunziger kennengelernt und bevor wir zusammen musizierten, waren wir Hippie-Kiffer und haben zwei mal eine Hemprevolution organisiert. Das sah so aus, dass wir einen grossen Sack Hanfsamen organisierten, Freunde zusammentrommelten und diese Samenim ganzen Gebiet von Bern verteilten. Mit sehr geringem Erfolg, gibt halt fast keine unbeachteten Flächen in Bern. Der Flyer dazu, wurde mit "Bum Shankar" unterschrieben. Als wir zusammen anfingen zu jammen, haben wir dieses "Bum Shankar" hervorgeholt. Der Begriff "Bum Shankar" kommt aus dem indischen und ist ein Gruss der Saddhus, wenn sie ihr Chillum rauchen. Shankar war der Legende nach, eine Reinkarnation von Shiva. Shankar war ein Strassenjunge, welcher der Musik und dem Spiel sehr zugetan war. Zum Ende seines Lebens ging er zweitausend Jahre in dieBerge, um der Meditation zu fröhnen. Bum heisst soviel wie heil/danke.Auf dem Cover tragt ihr Raumfahrtanzüge, doch “Curiosity” ist erdiger Reggae, wie geht das zusammen?Da wir so ein super Bandmobil haben und mit diesem auch weit fahren/fliegen können, sind wir halt mal zum Mars geflogen und dort die Inspiration für unser neues Album geholt. "Rocket to Mars", unser Video Track, hat das Ganze filmisch belegt. Welche Band hat dies schon gemacht?Wir wohnen beide nicht weit von einander an der BLS Strecke Laupen- Langnau und doch scheint dein Wohnort Niederwangen für mich der Anfang des urbanen multikulturellen Berns zu sein.Singt ihr deshalb Mundart, Englisch, Französisch und mischt soviel Fremdes zum Reggae?Unser Sound soll progressiv, humorvoll und überraschend sein, wir haben keine kommerziellen Ziele. Wir machen wirklich die Musik die uns gefällt und nicht in ein Staatsradio Schema passen muss. Unsere Musik ist ganz sicherlich sehr urban und im urbanen Lebensraum werden halt vieleSprachen gesprochen und fliessen somit in unsere Musik ein. Wir möchten auch wiedereinmal sehr gerne reisen mit unserer Musik und da ist Vielsprachlichkeit auch hilfreich.Das Quartett Bumshankar hat sich ja einen Namen mit Liveauftritten gemacht und der Sound fordert zum Tanzen auf, macht ihr Männer auch noch eine Show dazu?Ja,wir begreifen uns als Tanzband. Selber langweilen uns so viele Musiker und Konzerte, dass wollen wir verhindern bei uns. Wir haben noch keine Bandübergreifende Choreografie entwickelt und vieleicht werden wir dies auch nie tun, ist doch so ein Boyband Ding...mit Visuals zuarbeiten wird wohl früher einfliessen, in unseren live Auftritten. Und überhaupt, sind wir nicht nur Männer, mit Josephine verstärkt uns eine Frau an der Posaune und am Mik seit etwa 6 Jahren.Polo Hofer musste seine neue CD selber berappen, weil das Musikgeschäft am Boden liegt, spürt ihr auch das Sterben des einheimischen Musikschaffens?Wir konnten ein paar Franken durch die Kuklturförderprjekte ergattern. Wir sind eine Selfmade Band. Das heisst wir haben selber gemischt, geschrieben, aufgenommen etc. nur für die Drum Aufnahmen, sowie das Mastering und Layout mussten wir "Externe" bezahlen. Selber glaube ich nicht, dass es in der Schweiz ein Musikersterben gibt. Schon nur, wenn du all die Neuerscheinungen von Schweizerbands auf Cd anschaust, ist kein Sterben in Sichtweite. Persönlich würde ich mireinfach wünschen, dass das staatliche Radio seine Scheuklappen etwas ablegen würde, bei ihrer Musikauswahl. Es werden zwar Schweizerbands gespielt, doch ist dem Schweizermusikschaffen geholfen, wenn nur Bands wie Pegasus,77 Bombaystreet und Richi(Plüsch) gepusht werden? Alles muss immer nett und freundlich sein, ja nicht politisch oder musikalisch extravagant. Die Schweiz hat schon von ihrer Beschaffenheit her, sehr kleines Land und dann noch drei verschieden Sprachregionendefizite.Eine Band wie die unsere, hat keine Chance Airplay zu kriegen und wie sollen so Leute in Chur,St.Gallen oder Basel auf uns aufmerksam werden. Es hilft auch nichts, mehr Ch-Musik auf Srf zu verlangen, die Schranken, was sie spielen, sollten geöffnet werden!

juerg kilchherr am 31.1.16 09:31

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