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Wenn der grüne Daumen im Winter juckt - Gartenbäume schneiden

Die milden Temperaturen der letzten Tage und das Fehlen von Schnee im Mittelland in den kommenden Wochen dürfte manchem Gartenfreunde Lust aufs Arbeiten gemacht haben. Doris Krivitsch, Landschaftsarchitektion Dipl. Ing. FH von JardinSuisse weiss, was der grüne Daumen beim Winterschnitt von Bäumen und Sträuchern beachten muss.Doris Krivitsch, der Rasen in meinem Mittelandgarten ist grün statt weiss, einige Bäume wie die Hasel stehen schon in den Startlöchern, um zu blühen. Der derzeitige Winter ist extrem für die Pflanzenwelt, sehen sie das auch so?Ja, bisher waren es nur wenige Tage mit Minustemperaturen und damit aussergewöhnlich mild in diesem Winter. Die Pflanzen bräuchten für ihre Ruhezeit Temperaturen unter 5 Grad Celsius.Die milden Temperaturen könnten auch genutzt werden, um den Winterschnitt zu machen. Welche Bäume lassen das zu und ist es geschickt dies zu machen, denn es soll wieder kalt werden?Es ist grundsätzlich besser, Bäume und Sträucher bei Plustemperaturen zu schneiden. Sie verarbeiten die Wunden besser, da ihre Zellen dann aktiv sind und sich teilen.Kann ich als Laie einen Baum schneiden und worauf muss ich achten?Der Schnitt von Bäumen gehört in Fachhände. Ein Baum lebt in der Regel länger als der Mensch. Ist er einmal „falsch“ geschnitten, bleibt dies sein Leben lang zu sehen. Es braucht einiges Grundwissen und viel Erfahrung für den Schnitt von Bäumen.Einen Baum schneiden, heisst ja auch, ihm Platz zu geben vor der Konkurrenz. Sind sich eigentlich einige Bäume gegenüber anderen feindlich gesinnt?Es gibt eine gewisse Konkurrenz durch die Unterschiede in den Wuchseigenschaften. So wachsen die sogenannten Pioniergehölze wie z. B. Pappeln sehr schnell, leben dafür aber nur wenige Jahre. Die langsam wachsenden Gehölze wie z. B. Eichen leben vorerst bescheiden und haben wenig Platz, überleben aber ihre Konkurrenten und werden sehr alt (ca. 200 Jahre).Die geschnitten Aeste kann man abtransportieren, häckseln oder als Mulchschicht verwenden oder was machen Sie mit den Aesten?Damit ein Garten lebendig wird, empfehle ich, einen Teil der Äste anzuhäufen an einem ruhigen, wenig genutzten Ort. Dort siedelt sich dann eine vielfältige Fauna an, die in dem Asthaufen überwintern kann. Ein Abtransport macht nur Sinn, wenn es sich um grosse Mengen handelt. Kleinere Mengen sollten möglichst im Garten Wiederverwendung finden. So bietet eine Schicht aus Holzhäckseln einer Hecke Schutz vor dem Austrocknen, aber auch vor Unkraut. Als Drainage für den Kompost eignen sich kleinere Äste ebenfalls sehr gut.

juergkilchherr am 4.2.16 00:04

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