CH-Kultur pur - das Neuste aus der Schweiz

Chinesisches Geflüster aus dem Untergrund - Kunstmuseum Bern

Das Kunstmuseum Bern und das Museum Paul Klee geben vom 19.2 bis 19.6 unter dem Titel "Chinese Whispers" mit der Sammlung des ehemaligen Botschafters in China Uli Sigg eine Antwort auf Wandel, den China in den letzten 15 Jahren durchzogen und wie der Mensch darauf reagiert hat.Der Luzerner Uli Sigg ist Jurist und war in seinen jungen Jahren Schweizer Meister im Rudern, doch der Bevölkerung ist er als Schweizer Botschafter zwischen 1995 bis 1998 in Erinnerung und der Kunstszene als Sammler zeitgenössicher Gegenwartskunst aus China. Die Werke und das sind nicht wenige, waren bisher auf seiner eigenen Insel im Schloss Mauensee ausgestellt. Nun finden 150 Werke, die nicht unterschiedlicher sein könnten, ihren Weg nach Bern bevor sie nach Hongkong verschenkt werden.Wer denkt der Rhythmus der Veränderungen in der Schweiz gehe ihm zu schnell, dem dürfte es schwindlig werden beim Tempo, mit der sich der Riese in Asien in den letzten 20 Jahren verändert hat. Da blieb kein Stein auf dem andern und der Wandel brachte dem Volk nicht nur Sieger, Doch es brachte eine Oeffnung nach Europa. Die zaghafte Oeffnung in den 80er Jahren ging auch an den Künstlern nicht spurlos vorüber. Innert kürzester Zeit griffen die Künstler die verschiedenen modernen Kunstrichtungen des Westens auf, die sie bis dahin nicht kannten. Doch in China gibt es keine Freiheit des Ausdrucks und der Meinung wie im Westen.Dies musste auch der Star der Ausstellung Ai Weiwei erfahren mit seiner kritischen Haltung zu der politischen und gesellschaftlichen Situation Chinas. Er wurde ins Gefängnis gesteckt, doch mundtot ist er deshalb nicht wie die Installation "Fragments" im Museum Paul Klee zeigt.Uli Sigg hatte den richtigen Riecher als er in Peking, Schanghai und sechs anderen Städten Kunst im Untergrund kaufte, die nun Jahren danach in Bern für internationales Aufsehen mit den zwei Ausstellungen sorgen wird. "Chinese Whispers" ist eine Ankünpfung an die vor zehn Jahren stattgefundene Ausstellung "Mahjong"-Ausstellung, die ebenfalls mit zeitgenösischer Kunst zeigte. Es ist aber auch eine 150 Stücke umfassende Ausstellung mit vielen verschiedenen Stilen und Ausdrucksformen, die sicher kein einfacher Spaziergang durch Farben und Formen sind, sondern eine Reflektion der eigenen Tradition und der Lebensbedingungen im heutigen immer noch kommunistischen China.

juergkilchherr am 18.2.16 18:01

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL