CH-Kultur pur - das Neuste aus der Schweiz

Der Erholungsraum Garten und die Romantik an der Giardina 2016

In der Schweiz ist die Natur auf dem Rückzug und der Garten auf dem Vormarsch. Die Plattform für Gartenkultur "Giardina 2016" stellt heuer zum Thema "moderne Gartenromantik" vom 16. - 20. März 270 Aussteller in der Messe Zürich aus.Der Feierabendverkehr rollt durch Oerlikon während Schneeregen fällt und auf einer Strassenlampe eine Amsel vor dem Hallenstation singt. Die wäre wohl auch lieber im Gebäude daneben, den auf drei Etagen präsentiert die Giardina 2006 Erholungsräume gegen die Hektik des Alltags. Bereits vor der Messe Zürich duftet es bei Annekaetti.ch alias Christine Steinlechner aus Winterthur. Zusammen mit ihrem Mann hatte sie die Idee eine Milchkanne am Bauch aufzuschneiden, auf eine Bodensteinplatte zu setzten und kräftig mit Holz einzufeuern, damit das Fondue kocht oder Fleisch brät.Weg vom Architekten, der den Garten nach Geometrie und Zweckmässigkeit plant zu mehr Persönlichem und Naturerlebnis, so soll gemäss der Giardina 2006 der Trend sein. Das Untergeschoss der Messe Zürich ist ein Raum grossartiger Gartenanlagen in anspruchsvollem Design, die sinnliche Gefühle hervorrufen.30 000 Quadratmeter umfasst die Ausstellung und der Gestaltungswille der Gärtner mit Grün und Blumen ein echtes Erleben, von dem was vor Jahrzehnten mal im Wohnort war auf die paar Quadratmeter vor der Haustür zu holen, ist gross. Im ersten Stock gibt es kreative Einzelgänger wie Jürg Schneider au Brüttelen bei Ins. Der Keramiker aus dem Seeland hat die Tonmühle erfunden. Das sind Räder, die wenn sie der Wind oder die Hand berührt und bewegt, Kieselsteine im Inneren auf die Stahlstäbe fallen lassen und so Musik erzeugen wie das Bewegen von Steinen im Flussbett. Ein Gartentisch mit einer besondere Geschichte verkaufen die Franzosen aus Spechbach le bas von der "Goldstein-creations.com 200 Million Jahre altes versteinertes Holz aus den Rocky Mountains wird geschliffen und poliert, damit das versteinerte Holz wie Glas zum Vorschein kommt.Es müssen ja nicht immer Büsche sein, die einen Gartenplatz umranden, hat sich Jakob Tschanz gedacht, als er als Mitarbeiter des Landschaftswerkes Biel die Idee hatte unbearbeitete Holzäste zu sammeln mit Flüchtlingen im Jura, dann die Tannäste zu säubern, damit die Holzfasserung zum Vorschein kommt und diese in massive Steinsockel mit einer Haltung zu stecken. Fertig ist das Asthandwerk.In der zweiten Etage der Messe wird das Material, die Möbel und bei einer lustigen Holländergruppe Knollen, Wasserpflanzen und andere Solitäre verkauft. Wer wie ich den richten Ton bei diesen Amsterdamer findet, bekommt vielleicht eine Gratispflanze zusätzlich, den schlussendlich ist die Gardina 2006 auch das, was Gärten sind - ein Ort der Begegnung mit der Natur, sich selbst und dem Mitmenschen.Giardina

juergkilchherr am 15.3.16 22:59

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