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Papiliorama kämpft gegen die Gier des Menschen in den Tropenwäldern

Das Papiliorama in Kerzers schützt in Zentralamerika 235 Quadratkilometer Tropenwald in drei Naturreservaten. Eine Studiengruppe der ETH Zürich hat diese Schutzgebiete in Belize erstmals wissenschaftlich untersucht. Vor allem die Landwirtschaft greift rund um die Reservate stark in das ökologische Gleichgewicht ein. Der Leiter des Papiliorama Caspar Bijleveld stand Rede und Antwort.Caspar Bijleveld, das Papiliorama sehen Kinder als Entdeckungsreise zu den Schmetterlinge und bei Erwachsenen weckt es das Kind im Mann. Doch weit weg von Kerzers tut das Papiliorama auch etwas für den Umweltschutz, was genau?Tatsächlich. Die Stiftung Papiliorama bemüht sich, in der Schweiz die Diversität der Pflanzen und Tieren dem Publikum näher zu bringen, in dem sie die Besucher innerhalb lebendige Ausstellungen eine Reise anbietet. Ziel ist es, eine Bewunderung für die Schönheit der Natur zu wecken und ein Verstehen ihrer Zerbrechlichkeit mitzubringen. Darüber erzählen ist wichtig, auch etwas unternehmen für die Schutz der Natur ist vielleicht noch wichtiger. So hat das Papiliorama bereits 1989 ein Naturreservat aufgerichtet in Belize (Zentralamerika), um Tropenwälder zu schützen. Heute sind es über 235 km2, die dank des Papilioramas geschützt werden.In der Schweiz finden Schmetterlinge keine Blumenwiesen mehr, weil als zu betoniert wird, doch auch ihre Schutzgebiete haben Feinde, welche ?In der Schweiz gibt es zwei Probleme: auf der einen Seite hat es kein Platz mehr für Natur, die Böden sind überfettet und Wiesen mit Blumen hat es fast keine mehr. Auf der anderen Seite, die Nutzung von Pestiziden wie Neo-nicotinoïden. Das hat in wenigen Jahren die reine Biomasse an Insekten und anderen Wesen stark reduziert. Darauf folgt ein Ketteneffekt, welche allmählich dramatische Folgen hat für die Biodiversität in der Schweiz.In Belize kämpfen wir grundsätzlich auch mit den gleichen Feinden: zuerst die industrielle Landwirtschaft, wofür immer mehr Wälder platt gelegt werden und ein Übermass an Chemie, was die ganze Umwelt tangiert.Eigentlich denkt man gläubige Menschen wie die Mennoniten als Bewohner des Urwaldes sollten die Schöpfung ehren und trotzdem denken sie nur am Geld und zerstören wie eine ETH-Studie herausfand. Warum dieser Widerspruch?Ich glaube nicht, dass Geld der Motor ist bei Mennoniten. Diese haben eine sehr wortgetreue Interpretation der Bibel, wobei Gott den Menschen die Erde gibt, damit diese von denen bewirtschaftet wird. Mennoniten denken nicht an ihren eigenen Komfort, daher haben sie auch keine Interesse an Geld, ausser um mehr Land zu kaufen. Es ist ein Zirkel welche seine Ende findet (und der Anfang erneuter Probleme) wenn es kein Wald mehr hat, das heisst kein neues potentielles Agrarland.Welche Konsequenzen hat diese ETH –Studie für ihre Arbeit vor Ort?Die Studie der ETH hilft uns, eine Sicht von Aussen zu erhalten über der gesamten Lage in Nord-Ost Belize. Zuerst mal hilft es uns die Landschaftsveränderungen zu verstehen und vielleicht wird es uns möglichen sein, eine Prognose zu machen, wie die Situation sich entwickeln wird. Wichtiger aber ist vielleicht die neue Beziehung zwischen einer sehr renommierten Institution wie der ETH und einer Region in einem kleinen zentralamerikanischen Land sich bildet. Dass der eine sich für den anderen interessiert, ist lokal schon mal ein starkes Signal.Zwar gibt es Machtkämpfe um die Vorherrschaft in den Tropen, doch abseits von dem, sind die Urwälder eine Faszination, die der Schweizer mit ihnen erleben kann, wie genau?Tropenwälder haben Menschen immer fasziniert. Nicht nur weil sie mit ihrer Üppigkeit auf einer Ebene das Eden vorstellen, aber auch weil sie uns vorkommen, als die letzte «wilden» Orte auf unserer Erde. Die Realität ändert sich aber schnell: wie bei uns wird Natur in den Tropen nur noch in Reservaten gefunden. Und 80% von diesen geschützten Gebiete, sind weltweit kaum geschützt, grundsätzlich weil Naturschutz selber kaum im Feld investiert und nicht gerne Löhne und operative Kosten deckt. Das Papiliorama versucht grundsätzlich zu zeigen, dass eine kleine Gruppe von Leuten auf beiden Seiten der Ozean, mit einem kleinen Budget viel Natur retten kann. Das machen wir seit 25 Jahren und wir werden das weiter machen, solange wir es können.Papiliorama

juergkilchherr am 18.3.16 12:42

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