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10 000 Freundenschreie auf der kleinen Scheidegg beim Snowopenair

Mit den Fanta 4, Patent Ochsner und Pegasus war das Snowopenair im Berner Oberland zum 13. Mal in der Geschichte mit 10 000 Zuschauer und ihren kalten Füssen und starken Wind im Haar ausverkauft.Zeitig aufstehen mussten die vier Brienzer Jungs von Container 6 und dann den Weg mit der Berner Oberlandbahn nehmen, der wie eine Reise durch die letzten Wochen zurück war. Spielten in Spiez Männer in kurzen Hosen Tennis, blühten in Wengen erst die Krokus, so packten die Musiker wie die Zuschauer die Winterjacken und den Schal auf der kleinen Scheidegg aus, bevors vor elf Uhr auf die Bühne ging und das Termometer 2 Grad anzeigte.In der Umbauphase standen die Organisatoren des Snowopenair mit drei Meteodiensten in Kontakt, den es gelang der Sonne nicht, sich durchzusetzen und der Wind wurde stärker. Doch Pegasus aus Biel liessen sich vom Wetter und dem Geschmack von Rösti mit Spiegelei an den Ständen nicht aus der Ruhe bringen, obwohl der Sänger Noah Veraguth, Bassist Gabriel Sphni und Schlagzeuger Stefan Brenner wussten, das dies der letzte Auftritt mit dem Gitarristen Simon Spahr sein würde. Nach 15 Jahren verlässt er die Band, die zwar das Publikum mit ihren Hits teilweise mitreisen konnte, aber der Pop der zahlreichen mittelmässigen Nummern verhalte zwischen den Felsbrocken ohne Echo. Auch wenn Noah Veraguth trotz Windbösen im Frack und mit roter Nase versuchte das Publikum auf sich zu ziehen, blieben viele regungslos stehen auf ihren kalten Füssen. Ab und zu Sonne aber trotzdem warnte der Sprecher, sollte der Wind stärker werden, müsste das Openair abgebrochen werden. Aber doch jetzt nicht. den Patent Ochsner machte sich bereit und der Schnee wurde breitgetreten, das Gedränge vor der Bühne nahm zu.1990 gegründet mit einem Namen von einem Abfalleimer sind Patent Ochsner seit ihren letzten CD "Rimi Flashdown" dort, wo sie der Metallschlosser und Sozialpädagoge Büne Huber gerne sieht, an der Spitze des Mundartrocks.Auf 2061 m. Meter zeigte die Band von der ersten Minute kurz vor zwei Uhr an, für was die Fans den langen Weg auf die kleine Scheidegg auf sich nahmen und für was sie viele Generationen lieben, musikalische Vielfalt. Fetter Sound, kühle Luft und fette Bläser und Hits zum Mitsingen, das half gegen die Kälte im Hals. Bühne Huber, der beleibte Kumpel, den alle lieben, sagte, das Tolle am Snowopenair sei, dass er im Gegensatz zu den Sommeropenairs nicht von der Sonne und den Scheinwerfer gegrillt werde, stattdessen seien hier alle so nett, das fast der Weltfrieden ausbrechen könne. Die Partyband mit Intellekt animierte mit ihren Hits "Belpmoos und Scharlachrot" auch die Sonne und Skifahrer und Schlittler zum mitsingen. Eine ältere Dame fasst dann den Auftritt so zusammen: "Das war Schweizer Kulturgut".Zwar verliessen einige Zuschauer nach dem grossen Auftritt von Patent Ochsner das Gelände, weil die Bisse immer stärker wurde, doch ehemalige Hip-Hopper kennen keinen Schmerz, zündeten sich Cannabis an und bald kamen die ewigen Lausbuben aus Stuttgart.Michi Beck, Thomas D,, Smudo, Dee Jot Hausmarke sind auch 25 Jahren nach ihrer Gründung als Fanta 4 eine Wucht, dank einem Hits und einer starken neuen Cd "Rekord". Sie kannten alle Tricks damit auch gegen vier Uhr nachmittags als es schon etwas dunkler wurde, die Post abging und auf der kleine Scheidegg 10 000 Schreie den Winter vertrieben.

juerg kilchherr am 2.4.16 20:28

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