CH-Kultur pur - das Neuste aus der Schweiz

Heidi.com-witzige Schweizer Streetwear

Der neue Kult um Heidi
Wer die Lager- und Verkaufshalle von heidi.com in St. Blaise am Neuenburgersee betritt, weiss was unser Nationalheiligtum Heidi zwei Jahrhunderte nach Johanna Spyris Erfindung heute treibt. Seit 2003 spielen die Fantasien der Designer Willy Fantin und Andreas Döring auf Streetwearklammotten mit dem Hirtenmädchen Heidi als Logo ihre Spiele, die nah an die Mangas angelehnt sind. Da kommt keine Biederkeit auf, wenn das Heidi-Logo je nach Saisonsmotto zur Hauptdarstellerin von Filmklassikern wie Frankenstein wird oder als Flyattentent vom Flügel der Swiss lächelt, dann wieder als Krankenschwester oder Barbiepuppe verunsichert. Da wird ein Mythos in bester Sprayerhaltung runtergerissen, um ihn modern in bunten Farben frech wieder aufzubauen. Das kommt, ausser in der Deutschschweiz in 150 angesagten Läden in Europa und auf der Internetseite gut an, weil es mit einem Stück Schweiz witzig umgeht.
Was vor vier Jahren mit einem Startkapital von 20 000 Franken und Siebdruck anfing, wird heute in der Türkei in bester Qualität und in grosser Stückzahl produziert, während die zwei welschen Lausbuben wieder ihre modernen Heidi-Abenteuer zeichnen. Das Logo ist aber nie gross auf dem Kleidungsstück zu sehen, sondern und das ist typisch schweizerisch, taucht es nur diskete und klein auf dem Stoff auf, so das auch Erwachsene sich noch trauen Heidi.com-Steetwear zu tragen. Der Kult um die Marke wird mit witzigen Video, Präsentationen an Messen, ungewöhnlichen Fotokatalogen und speziell ausgesuchten Verkaufsläden gefördert, damit keine Vereinnahmung durch den Mainstream erfolgt und sich Heidi.com-Träger vom Alltagstyp im Kartoffelsack abheben. Heidis erste Liebe Peterli wird übrigens auch zerzaust. Wenn das der Grossvater Alpöhi wüsste.
www.heidi.com

juergkilchherr am 31.8.07 19:48

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