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brothertunes- a million things to say?

Der Jugendsünde Pop entflohen
Für ihren Zweitling "A Million Things to say" konnten Philly Hansen und Richi Fonie alias Brothertunes den amerikanischen Grammy Gewinner Van Hunt als Mentor und Produzent gewinnen und am Mischpult arbeitete der ehemalige Prince-Regler Hans Martin Buff. Doch machen bekannte Namen ein gutes Album aus? Zwar ist die Coolness und Sanftheit in der Soulstimme Richies wie der markannte Gittareneinsatz von Philly geblieben, der leichte G-Funk Einschlag, die in sich greifenden mehrstimmigen Vocals durchdringen Balladen und leichtflüssige Lullabies, der Reichtum in den Zwischentönen verwandelt jeden Song in ein Wohlfühlprogramm für Gestresste. Brothertunes haben den Pop über Bord geworfen, sind erwachsenen geworden und celebrieren souverän den Romantiker, der kleinen Platz in den marktschreienden Jugendsegmenten hat. Doch vierzehn Songs ohne markante Ecken und Kanten sind gut für das Radioprogramm am Nachmittag, den Fahrstuhl und eine lange Autofahrt, aber kein Highlight wenn zuviel Füllmaterial da ist. Ihre Konzept des ästhetischen Soul haben Brothertunes nicht verlassen, eine Weiterentwicklung ist die neue Scheibe nur am Rand. Zwar ist der Charme der Berner Männer wieder allgegenwärtig, aber wirklich spannend ist "A Million Things to say" nur bedingt, wenn die organische Liveinstrumentalisierung der kommenden Tournee durchschimmert, dann gehören Brothertunes bereits mit der zweiten Scheibe als erstzunehmende Musiker auf die Bühne eines Montreux Jazz Festivals, wo zivilisiert auf Stühlen zugehört oder gelangweilt am Champagnerglas genippt wird. www.brothertunes.ch

juerg kilchherr am 5.1.08 15:26

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