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philipp keusen-personal stylist bern

Damit Kleider wirklich Leute machen
Auf dem Weg zum Interview erlebte der 26jährige Personal-Stylist Philipp Keusen, dass Berns Gebäude für die Euro rausgeputzt werden, nur die Gewänder der Leute bleiben Grau in Grau. Vor zwei Jahren sagte sich der jeune homme: Jetzt ist aber Schluss mit den Bauernmädchen in dieser Stadt und ergriff den zweitschönsten Beruf der Welt, er zieht Frauen an. In seiner Liebefelderwohnung berät der ehemalige Hochbauzeichner bis zu vier Stunden Kundinnen wie sie ihren Typen mit Farben, Formen und Stoffen besser zur Geltung bringen. Phillipps erstes Standbein, die Imageberatung nehmen auch gerne Männer ab 40 Jahren in Anspruch, damit sie in der Arbeitswelt die Konkurrenz nicht nur über das Geld sondern auch mit dem aktuellen Dresscode ausstechen, den längst lebt auch die Berufswelt vom Bild, das sie macht.
Das Blättern in den Warenhauskatalogen war für den Sohn eines Altersheimleiters ein Zeitvertreib in der Kindheit, heute sind es die Modejournale, die Philipp Keusen helfen in seinem zweiten Dienstleistungzweig, der Einkaufsbegleitung ajour zu bleiben. Zusammen mit dem Kunden schlendert er dann durch die Berner Gassen und hift ihm beim Kombinieren der Kleider, fordert seinen Kunden aber auch auf, das Gelernte der Imageberatung mit sachlichen Argumenten der Verkäuferin klar zu machen. Wenn es Philipp Keusen gelingt, mit einem gezielten Kauf, die Problemzonen der Kundin zu kaschieren und ein Lächeln auf ihre Lippen zu zaubern, hat er geschafft, wofür er lebt, aus dem Aschenputtel eine Pinzessin machen. Er weiss nur zugut, dass wir in einem Jahrhundert leben, wo alles seit dem Handycam sichtbar gemacht wird und Styling wichtiger den je ist.
Ab März möchte der gelernte Visagist neben Schmikparties auch einen sogennanten Shootingday (www.weckdasmodelindir.ch) anbieten mit zwei Fotografinnen, mit denen er schon jetzt zusammenarbeitet, damit auch mit Puder und Lippenstift und professionellem Fotoshooting die Leute begehrenswerter werden. Nur bei einem Punkt wird der wortgewandte Liebefelder unsicher, der eigenen Nackheit. Er lebe in einem gestörten Verhältnis zu seinem Körper, gibt Philipp Keusen zu und der Blick in den Spiegel ohne Mode an sich sei ihm ein Graus. Philipp Keusen ist eben wie viele Junge, er spürt sich nur, wenn er gestylt ist. www.phlippkeusenstylist.com

juerg kilchherr am 14.1.08 15:41

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