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shirley grimes - sweet rain

Poetische Harmonie
Wer das fünfte Album "Sweet Rain" der seit 16 Jahren in der Schweiz lebende Irin Shirley Grimes kurz nach der Tagesschau anhört, wird noch vom dunklen Geist der Welt aufgewühlt, wenig mit den harmoniesüchtigen, bitterzarten elf Songs, die immer zwischen Folk, Pop und Country hin- und herpendeln, anfangen können. Da hat es keine Ecken und Kanten, wagt sich höchstens mal ein Gitarre ein Solo, bevor wieder alles wohlgeformt daher plätschert. Wer den erdigen Gesang Shirley Grimes in einer Kneipe im Jura hört, wo der Grossvater eine Suppe löffelt, zwei verliebte Jugendliche Blicke wechseln und der Wirt über die Teuerung klagt, dann ins offene Feld hinaustritt, fühlt den Geist von "Sweet rain" als Schnittstelle zwischen Träumen, Sehnsüchten innerhalb der gesellschaftlichen Norm einfacher Leute eingebettet im Erwachen der Natur und Wunschdenken an das Gute. Es sind diese Geschichten kleiner Leute oder Mütter wie Shirley Grimes, die Freude finden und verlieren in der Durchschnittlichkeit, die die rothaarige Sängerin mit Tiefe besingt. Der Punkt, das sich Shirley Grimes fünf Jahre Zeit liess wegen der Geburt ihres zweiten Kindes und der Mithilfe von namhaften Musiker wie Hank Shizzoe und Andy Hug lassen "Sweet Rain" auch als Statement einer reifen Frau erscheinen, die sich im Alltag ein Flair für Poesie bewahrt hat.
19.4. Bären Münchenbuchsee www.shirleygrimes.com

juerg kilchherr am 16.2.08 16:35

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