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oli kehrli - berner liedermacher

Berndeutsch als Lebenhaltung
In der Mailbox von Oli Kehrli befindet sich ein vier Jahre altes Kompliment von Jacob Stickelberger, dem Berner Troubador schlechthin. Wenn der 32-jährigen Mundartsänger wieder an sich zweifelt und das tat er oft in seinem Leben, liest er dieses Wort als Balsam für die Seele und macht dort weiter, wo er kurz vor dem grossen Erfolg steht, dem Suchen nach Musik und Berndeutsch für seine Alltagssorgen oder die seiner Nachbaren im Breitenrainquartier. In der Stadt geboren und in Schwarzenburg aufgewachsen, hatte der 194 cm Hühne im Gegensatz zu seinen beiden Brüder, die alle Profifussballer waren, stets Mühe sich fremdbestimmen zu lassen. Weder die Rollen als Primarlehrer noch Psychologiestudent behagten ihm, den im ihm war da dieses Chaos im Kopf und Ideen zum Gitarrenspiel. Heute schafft er es neben dem Chansonniersein, Kaffee in einer Bar auszuschenken, der Freundin zuzuhören und der Rest seines Lebens gehört der Mundart. In ihr will er seine Identität finden, autentisch klingen und die Zuhörer einladen bei seinen Konzerten mit dem Kontrabassisten Tevik Kuyas neunzig Minuten zu zuhören. Das es so lange dauerte bis Oli Kehrli Fans fand, hat auch damit zu tun, dass er in den 90er Jahren grossgeworden ist, wo alles tanzte und kein Sinn für die Wunder des Alltags in Berndeutsch hatte. Nun deuten die Zeichen der Zeit anders und es sieht so aus, als würde es Oli Kehrli 2009 gelingen seiner frühsten Kindheitserinnerung, eine Berner Mundartplatte, eine persönliche Note hinzufügen wie am kommenden Konzert vom 27. März im Haberhuus Köniz. www.olikehrli.ch   

juergkilchherr am 14.1.09 16:15

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