CH-Kultur pur - das Neuste aus der Schweiz

magister - icarus- rap

Rappen mit gebrochenen Flügeln
Vor drei Jahren sorgte ein Schwarzer aus dem Kanton Freiburg an der Mister Schweiz Wahl für Aufmerksamkeit als er mit Wissen, Raps und einem schönen Gesicht den Einwandern zeigte, dass auch ein Afrikaner in der Schweiz eine Plattform findet für sich und seine Geschichte, die dann später in Buchform erschein. Und diese hatte sich in sich. Junior Manizao floh mit vier Jahren mit seinen Eltern und Geschwistern vor dem Bürgerkrieg in Kinshasa nach Bulle. Hier starben seine Mutter und Vater an Aids, er wuchs bei Pflegeeltern auf und erlebte Fremdenhass. Doch Junior Manizao wollte nicht weinen, das machte er nur ein einziges Mal als sein Kind zwei Tage nach der Geburt starb, er verarbeitet vielmehr bereits als 15-jähriger in Reinem sein hartes Schicksal. So gesehen ist eine erste Platte "Icarus" eine Bestandesaufnahme eines Hobbys, das Junior Manizao, der tagsüber als Lehrer in Estavayer-le-Lac tätig ist, abends mit Freunden aus Lausanne stets am Leben erhielt. Jetzt mit 28 Jahre versucht Magister wie er sich nun nennt, sich vom Image des Schönlings zu lösen und rappt souverän über Schein und Sein in der Hip-Hop Szene, der Schweiz der Einwander und über seine Botschaft an die kleinen und grossen Kämpfer, niemals aufzugeben auch wenn sie fallen und einen Fügel brechen, sondern wie er immer wieder aufzustehen und weiterzugehen. Das Mitteilungsbedürfnis des Freiburgers mit den traurigen Augen ist gross und ein Redeschwall in Französisch überfällt den Hörer auf "Icarus", einer Platte, die erst nach fünf Stücken in Fahrt kommt, vorher ist alles wohltemperiert und etwas langweilig. Doch dann dreht Magister auf und mit viel Herzblut und witzigen Flows wird die Luft mit Wut und Kraft aufgeladen. Sicher ist diese Produktion, die nun fast zwei Jahre nach der ersten Single "ma suisse" erscheint, keine Rapplatte mit Experimenten und Neuem, eher erinnert man sich an die vergangene Zeit, hört McSolaar raus und erschreckt mit jeder Zeile über die Ehrlichkeit der Raps eines Mannes mit der Stimme für die Schweiz 2009 mit einer Million Ausländer. www.magisterjr.com          

juergkilchherr am 15.1.09 16:14

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