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bruce springsteen konzert bern schweiz stade de suisse 30.6.09

Der Rock vom Boss erschuf Bern neu
Poetisch ausgedrückt, waren die Tropfen vor dem Beginn des Konzertes von Bruce Springsteen am 30. Juni im Stade de Suisse Bern, die Tränen des Himmel über den fünf Tage vorher verstorbenen King of Pop und die Sonnenstrahlen beim ersten Takt das Huldigen des einzig noch lebenden König des Rocks von Amerika. Das Arbeitstier aus New Jersey versprach nach einem deutschen Willkommensgruss Bern mit Hilfe seiner E Street Band zu einer Stadt aus Blues, Soul und viel Rock neu zu erschaffen. Drei Stunden und etlich Zugaben später, hatte der 50-jährige sein Versprechen auch beim Letzten der 50 000 Zuschauer erreicht. Es schien als hungere das Schweizer Herz 15 Jahre nach seinem letzten Besuch nach gradlinigen Rhythmen, viel Druck, Kraft, Männlichkeit, bubikoses Lächeln, schweissnassen Hemden und einer Stimme, deren Volumen auch nach 40 Songs noch tönt wie ein Gewitter. Doch Bruce ist kein Macho, der nur seine Gitarre bearbeitet, dass die Stadionwände zittern. Mit geschlossen Augen trug er seine Beobachtung über die negativen Seiten des amerikanischen Traums vom Aufstieg und Fall vieler seiner Landleute gefühlsvoll vor im ersten Drittel des Konzertes für ein Publikum über Fünfundzwanzig.
Zwar brach in der Mitte des Konzert die Stimmung ein, da Bruce auch viele mittelmässige Songs geschrieben hat und zuviele Stadionrocksongs atemlos vortrug, doch als er dann ohne Bodygard ins Publikum hinunterstieg und mit einem Jungen spontan sang, Plakate mit Liederwünschen einsammelte, kam wieder Stimmung auf, die bis zuletzt hielt und den Triumph des Bruce Springsteen auf der laufenden Tournee durch die Länder der Welt auch in Bern fortsetzte. Das Konzert, von dem viele noch Monate später sprechen werden, bewies, dass Könige auch in Würde altern können, wenn sie an die Kraft ihrer Lieder und Musik glauben und den Firlefranz des Showbuisness links liegen lassen.     

juerg kilchherr am 30.6.09 23:20

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