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Sandee - DIVA?

Definitiv keine Diva?
Als vor eineinhalb Jahren Sandees ehemaliger Bandchef und Förderer Göla wieder durchstartete, überkam die Musikerin nach Beendigung ihrer Tournee, das Gefühl genung von der Musik zu haben. Zu oft hatte die Spiezerin in den letzten zehn Jahren nein gesagt zu Einladungen an Klassenzusammenkünfte, Taufen, dem sozialen Leben. Das holte sie nach und zeigt sich auf ihrer vierten Scheibe "Diva?" mit neuer Kraft, aber gewohntem Sound. Da ist "Marzili", die Hyme an den Berner Stadtsommer, da ist "nümm elei" das Duet mit Göla und weitere elf Songs, die mit Augenzwinkern, Ironie und einem guten Schuss Zynismus das Zeitgefühl einer Frau wiedergeben, wenn auch in einfachen Worten und ohne Dichterkunst. Die Oberländerin ist keine Diva sondern wie immer bodenständig, direkt und ehrlich. Sie weiss, dass sie den Mundartrock nicht erfunden hat und ihm wie andere nur eine weibliche Note zugefügt hat. Sie traut sich gesanglich auch mal leisere Töne zu, bei „Bi derbi“ etwa berichtet sie vom Aufwachen nach einer durchzechten Nacht mit fatalen Folgen. Und „Was är nid weiss“ ist jene Nummer, die einst als zu heiss taxiert wurde, um auf einem Album veröffentlicht zu werden. „Wir haben den Song auf der letzten Tour gespielt und er kam dort so gut an, dass wir’s den Fans einfach schuldig waren, ihn noch nachzuliefern“, kommentiert Sandee die verspätete Veröffentlichung der Geschichte von der verschmähten Liebhaberin, die nicht die Faust im Sack macht, sondern sie wahrhaftig gegen den Übeltäter erhebt. Die Berner Oberländer sagt über das neue Werk, jetzt wisse sie, wo sie hingehöre. Das tönt auch so, selbstbewusst. www.sandee.ch

juergkilchherr am 13.8.09 08:57

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