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schoeftland- der schein trügt

Die Kleinstadt ist global

 
Zwar war sich  Sänger Floh von Grünigen bewusst, als er seine Band Schöftland nach einem per Zufall gefundenen Ort im Fahrplan, der im Kanton Aargau ist, taufte, das das ein Bild für die Rückständigkeit der Provinz darstellen könnte, doch heute sei alles global, meint er und "der Schein trügt" wie das Album der fünf Berner heisst. Der hochgewachsene Floh, gerne ganz schwarz gekleidet, hat Augen, die wirken starr, aber vieles spielt sich ohnehin im Inneren ab und so singt er davon in der Sprache, in der er seine Notizen schreibt, deutsch. Die Wortwahl Schöpftlands ist abstrakt, reich an Wortspielen und erzählt ohne grosses Stimmvolumen vor dem Hintergrund Indierock vom Spaziergang im Schnee, einem Liebesbrief oder der Kleinstadt. Der gitarrenlastige Sound mit Harmonium, Baritonsax und Kontrabass kommt bei den Deutschen besser an als hier, wo Floh in einem Brief an die Redaktion in einer Randnotiz schreibt, das er immer noch hofft, dass diese Art von Musik, die sich schwer festlegen lässt, ankommt. Mit Hilfe des in Deutschland bekannten Gisbert von Knyphausen oder Nils Koppruch auf dem Album stehen die Chancen bei unseren Nachbaren besser, dass "der Schein trügt", die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient, den Schöpftland ist eine Band, die keine Kompromisse an das Mittelmass macht und Musik kreiert, die aufmerksames Zuhören einfordert und ernsthaft tut, ohne sich zu verkrampfen. www.schoeftland.com     
 

juerg kilchherr am 9.1.10 10:45

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