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sophie hunger - 1983

Subtile Zerbrechlichkeit
 
Eine Platinauszeichnung, Kritikerlob, ein TV-Film und fast stets ausverkaufte Konzerte auf der laufenden Tournee durch Europa belegen, die Schweiz hat einen Star. Einenhalb Jahre nach den "Mondays Ghost" Klangwelten überrascht Sophie Hunger auf "1983"  mit technischen Spielereien, die in einem gemieteten Haus in Paris mit dem dem Soundingenieur Stefan Briat (Air, Phoenix) entstanden und viersprachig Soundcollagen aus der stets mit Intensität gelebten Welt Sophies. Der in Zürich lebende Musikerin gelingt es wie einst Björk zwischen Drumcomputer, psychedelischer Verfremdungseffekte eine Zerbrechlichkeit wiederzugeben zwischen Abgehobensein und tieftraurig. Der Sprechgesang fügt sich in den Klangteppich der Multiinstrumentalistin, ist flexibel ohne zu experimentel zu sein, hat viel Facetten. Ueber der ganze Platte liegt ein Mysterium einer Ausnahmesängerin, die ihr Geburtsjahr in Bern zum Albumtitel machte und von sich sagt, dass ihre Musik immer ungefragt und ungestört aus ihr fliesse. So ist "1983" nur für Hörer, die nicht Angst haben in der aufwendigen Produktion zwischen Kälte, Distanz und kurz darauf  leises Leiden oder zärtliches Wünschen hin- und hergeworfen zu werden. Sophie Hunger ist auch nach dem grossen Erfolg ihres Debuts eine Frau, die verblüfft, weil sie nicht Musik macht sondern Musik ist. www.myspace.com/sophiehunger
 
 

juerg kilchherr am 30.3.10 15:28

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