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gimma - unmensch

Gimma wieder mit Stinkefinger
Als Churer Jugendarbeiter musste Gian Marco Schmid alias Gimma die sprunghafte Gefühlswelt seiner Jugendlichen aushalten. Unlogische Entschlüsse wie es musikalisch in Gimmas Karriere weiterging nach  "I gega d'Schwiiz 2006", mussten auch seine Fans in den letzten Jahren in Kauf nehmen. Mal war er Hopper, dann Romantiker und zuletzt Hippie. Jetzt ist er nach Tumoroperation, Psychiatrie, Drogenproblemen und Karrieretief wieder da, wo er am erfolgreichsten war, als rüppelhafter Rapper. " Unmensch" macht da weiter, wo er mit "Panzer"2007 aufhörte. Die Raps sind Ohrfeigen, den hier wird geflucht, provoziert, ausgeteilt. Gimma mit dem teuflischen Lachen zeigt der Schweiz den Stinkefinger. Was früher vom Seelendoktor als Verhaltensauffälligkeiten einer widersprüchlichen Persönlichkeit notiert wurde, bricht nun wieder voll durch, seine Wut auf die äusseren Umstände. In Gimmas Welt ist viel kaputt und es scheint, dass seine Musik, die einzige Linderung von seinem Dämonen ist. "Unmensch" ist vorallem Kraft, die Beats hämmern, die Raps stechen. Die Machowelt feiert sich selbst und würde man sie in die Wirklichkeit loslassen, würde ein Fächenbrand ausbrechen. Gimma macht also nicht da weiter, wo sonst erfolgreiche Rapper dem Publikum Zucker geben, indem sie Pop in Raps einfliessen lassen. Nein, Gimma nimmt Shuko, Yan und Sad - die Mitmusiker, in den dunklen Wald und wütet wild. Das hats viel Schatten und dem einen oder anderen Hörer gehts zwischen all dem akustischen Schmerz und  der Wut wohl zu weit. In der Welt der kommenden Openairs mit dem Schlamm und Erotik wird Gimmas "Unmensch" die Massen wieder im Griff haben, wie am 11. Juli Openair Frauenfeld. www.gimmasworld.ch

juerg kilchherr am 7.4.10 11:59

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