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Montreux Jazz Festival- Roxy Music

Montreux Jazz Festival
 
Die Alten kommen wieder
 
Wenn auf der Seepromendade Montreuxs die Leute nur im Gänsemarsch vorwärts kommen, ist das Jazzfestival mit seinen Ständen, Gauklern, Musikern und viel guter Laune in vollem Gange. Bei der 44. Ausgabe vom 1.-17.7. hatte der Leiter Claude Nobs das Problem, dass von den aktuellen Hitparadenstars alle mehr visuell stärker sind den als solide Handwerker. So kamen ihm die vielen Wiedervereinigungen in der Szene gerade recht. Roxy Music, die Gründer des Glam- und Kunstrock füllten im Gegensatz zu Phil Collins am zweiten Abend die Straviniskyhalle nicht. Doch das mehrheitlich ältere Publikum verzieht der Diva Brain Ferry die lange Wartezeit und horchte aufmerksam dem Set seiner Roxy Music zu. Ohne viel Worte legte die Band mit einem Querschnitt durch drei Jahrzehnte los und das Zusammenspiel der Herren in Anzug und Kravatte war ausgezeichnet, wenn auch laut. Das Haar Brain Ferry liegt immer noch tief in der Stirn, die Pomade schimmerte und seine laziven Bewegungen zusammen mit der markanten Stimme, die etwas Weinerliches und dann wieder Rohes hat, verzauberte immer noch. Interessant war der Soundteppich Roxy Musics, der oft was malerisches oder filmisches hatte und zusammen mit der visuellen Bildern im Hintergrund mehr als blosse Loundgemusik war. Negativ war für einige, dass Brain Ferry mit zusammengekniffenen Augen sang, oft dem Publikum den Rücken zukehrte oder die Bühne verliess. Es schien als sei dieses Comeback eine grosse nervliche Bewährungsprobe für ihn gewesen.
 

juerg kilchherr am 3.7.10 16:26

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