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George- Burregiel

Zu Besuch beim "Burregiel"
Es schmeckt nach frisch geernteten Randen als George im Siselen die Türe seiner Wohnung in einem Bauernhof öffnet. Während hier die Mehrheit der 400 Leute im Dorf über das schlechte Sommerwetter am Bielersee und die Ertragsausfälle klagten, ging für George und seiner Band die Sonne auf. Drei Monate war ihr Mundartalbum "Burregiel" in den Top Ten der Hitparade. Nach neun Jahren Bühnenarbeit zuerst noch als Coverband und dann im Seeländerdialekt mit Geschichten aus dem Leben zwischen Biel und Ins hat der 43-jährige den Sprung als nationale Grösse geschafft. Am meisten habe ihn der Erfolg des Albums gefreut, weil er ohne Lügengeschichten in der Presse oder provokanten Aeusserungen wie bei Golä wie jüngst zur Todestrafte im Vorfeld der Albumlancierung zu stande kam, gibt George unter einem Gemälde von Jim Morrison von sich. Der Sänger der Doors und die Rolling Stones seien für ihn Idole weil sie Gefühle in Rock aber auch Balladen widergeben konnten. Das der gelernte und noch heute zu 60% als Landschaftsgärtner arbeitende George Schwab ein Faible für Lieder über die Liebe hat, beweisen seine blumigen Texte. Doch der Moment am Gartentisch hinter den Fußballtoren und Öllampen, wo er seine Texte schreibt, sei oft ein trauriger, einsamer Akt. Dann wolle er, der Menschen so liebt und mit seiner Frohnatur auf sie zugehen kann, niemanden sehen. Dann müsse er sich als Mann seinen Gefühlen öffnen, um dann auf der Bühne festzustellen, dass sich Liedertexte, die so persönlich sind wie bei George verändern wie bei "Wenn chunnt der Frühling". Ein Song über eine Hoffnung auf eine Beziehung, die aber im Privaten zerbrach. Doch mit dem Erfolg in der Hitparade fand der Seeländer mit den hellblauen Augen auch wieder eine neue Freundin, mit der er gerne an den Bielersee chillen geht. Hier wird ihm nach Wohnorten wie Locarno, Lausanne und Biel bewusst wie gerne er ein Landei ist und wohl nie ein französisches Album produzieren wird, weil er, obwohl an der Sprachgrenze lebend,  lieber in der Sprach seiner Fans im Berngebiet und besonders Deutschfreiburg singen will. Beim Gang durch das Dorf zum Restaurant Bären, wo der Kettenraucher gerne beim Bier mit den Bauern diskutiert, begegnen wir dem Nachbarskind. Für einen Moment wird George beim Streicheln über das Haar des Kindes nachdenklicher. Ja, Vater werde er wohl nicht mehr in diesem Leben, dafür sei sein Kind die Musik und das Rockrollleben im Moment einfach zu geil. Steigt in den roten Wagen und fährt zu seinem Konzert nach Wetzikon.
www.georgeband.ch

juerg kilchherr am 10.9.10 19:24

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