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Konzertkritik Am Lido tönts schräg Als Michael von der Heide vor rund 15 Jahren noch auf dem Höhepunkt war und eine Halle wie das Fri-Son füllte, war die Bühne noch gross für eine Rampensau wie er, nun wars am 1.April zum Tourneeauftakt eine ehemalige Nonnenkappelle in Ueberstorf (FR) und der falsche Ort für das neue Programm Lido. Zwei Jahre nach seinem Schiffbruch beim Songcontest versucht der ewige Bub aus Amden mit seinem neuen Programm und leichtflüssigem Sound zwei Fliegen auf einen Schlag zu schlagen. Durch Tingeln in der Schweizer Provinz sich wieder verlorenes Terrain gut zu machen und mit einer kommenden CD im Sommer, von der Ausschnitte von zeitgenösischem Frechpop zu hören war, seine Karriere vielleicht Richtung Paris auszurichten, schliesslich hat der ehemalige Krankenpfleger auch mal als Au pair in der Waadt gearbeitet und ganz ordentlich Französisch gelernt, das sollte doch reichen für den Sprung über die Grenze und nicht nur bis zum Röschtigraben. Der Abend zeigte, dass Michael von der Heide über rund zwei Jahrzehnte Singerei ein vielseitiges Repertoir angehäuft hat, aber eben von Allem etwas und nichts wirklich Grosses. Die erste Hälfte des Konzertes war eine Strapaze für die Ohren, den was der Techniker aus Martin Buess Gitarre, Tino Horats Keyboard und Emmi Lichtenhans Bass mischte, war nicht raumgerecht. Die Fans mittleren Alters beschwerten sich in der Pause und die Lautstärke war dann weniger und der zweite Teil eine bunte, rockige Mischung aus Chanson, Disco, Pop, Märcheneinlage und immer wieder Spässe vor fünfzig Zuschauern. So konnte Michael von der Heide dank seinen Showmanqualitäten noch Punkte wettmachen und plötzlich schein es als erfühle sich sein Lieblingsspruch “Wenn nichts mehr geht, kommt von irgendwo ein Lichtlein her”.

juergkilchherr am 1.4.11 23:54

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