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Biel hat sich herausgeputzt

Biel hat sich herausgeputzt Lange Zeit galt Biel, die einzige und grösste zweisprachige Stadt der Schweiz als schmuddelig. Doch beim Spaziergang mit dem Liedermacher Jerome Mevis fand Trendmagazin den Wandel der einstigen Uhrenmetropole zum Lebensraum für viele Nationen vor. Obwohl der Gitarrist und Familienvater Jerome Mevis nun seit 33 Jahren am Jurasüdfuss lebt, ist er immer wieder erstaunt, wenn er plötzlich als einziger Schweizer am Samstag durch die Strassen bummelt. Als zweisprachiger Ort hat Bienne wie es die Welschen nennen einen besonderen Anziehungspunkt für Afrikaner und andere Nationen im letzten Jahrzehnt bekommen und so erstaunt es nicht, dass viele Kulturen und Mentalitäten sich hier niederliessen. Zwar bestätigt auch Jerome, dass die einstige Uhrenmetropole immer noch eine der Mittelschicht von 50 000 Einwohner sei, doch ihre Bedeutung für die Jungen am Wochenende ist gestiegen. Der Zentralplatz mit dem Cafe l’arcade und die Nideaugasse mit der Shoppingszone sind trotz dem Verkehr schnell vom Bahnhof zu erreichen und offen fliesst der Fluss durch die Stadt und unzählige Bäume säumen ihn. Führer schaute man nach Magglingen um Grün zu sehen, mittlerweile ist die Stadt voller schattenspendender Bäume und ein Park hat es Mevis besonders angetan. Elfenaupark, ohne grosse Struktur bei den Pflanzen um den Teich, ist es der Ort, wo die ersten Küsse ausgetauscht werden, morgen die Chochards noch ein Bierchen trinken und eine friedliche Stimmung herrscht. Diese fand Jerome Mevis erst wieder als er seine Lieder zur CD “All i need”, die im Winter rauskam, komponiert hatte. Vorher war für den Hochbauzeichner aus Studen ein dunkle Zeit mit Drogenerfahrungen und vielen offenen Fragen zum Leben, die er heute mit dem Vater- und Hausmannsein von drei Buben und der Musik beantwortet hat. Und diese sanften Balladen komponierte er auch in Biel in der Capri Bar in einer Hintergasse. Doch bei einem Song fehlte der Titel, als nahm er kurzerhand das Nummerschild des Parkplatzes. Der Musiker strahlt auch diese Laisser faire Stimmung aus, die sich von der Romandie her einschlich ins Lebensgefühl und besonders beim Musiklokal “Kessel” sich zeigt. Das halbe Ei war für Züri West stets der Ort, wo vor der Tournee geprobt wurde. Jerome hat sie hier bekocht, die Band eine Zeitlang als Inspiration gesehen und singt nun doch auf Englisch. Noch heute finden viele Konzerte hier statt. Mag der Jura für Langlaufläufer nah sein, in der kalten Jahrzeit spielen die Bieler Billard und sobald der Frühling da ist, ist auch die Zentralstrasse und der “Hypeclub” voller Junge aus der ländlichen Umgebung. Leider gab es in letzte Zeit über vermehrte Gewalt zu berichten und die Kriminalität ist in der Stadt gestiegen. Doch es scheint, als habe Biel das Tief nach dem Ende des Uhrenbooms wirtschaftlich einigermassen verkraft und besonders die Mischung und nicht Teilung von Wohn- und Geschäftsraum fällt auf. Im Sommer geht nichts ohne die Badis von Biel und Nidau, den Openairs am See oder einem Ausflug zu der Sanktpetersinsel. Plätze in Biel, wo der Barde Jerome Mevis bald auf Auftritte hofft. www.biel-bienne.ch

juerg kilchherr am 6.5.11 18:22

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