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Rolf Knie – die blauen Augen eines Clowns, die genau hinsehen und entdecken

Wie sehr der Geschmack des Volkes sich von dem der Kritiker unterscheidet, sieht man bei Rolf Knie. Der in Belp geborene Sohn der wohl berühmtesten Familie der Schweizer hat sich nach seinem Abschied vom Zirkus Knie eine Malerkarriere aufgebaut, die sofort Früchte trug, aber von der Kritik verrissen wurde. Das ist Jahrzehnte her, er ist geblieben und sein Name trägt die gross angelegte Retrospektive im Air Force Center Dübendorf, die noch bis zum 26.10 geöffnet ist. Der Meister ist persönlich anwesend und sofort spürt man eine Lebensenergie, die für einen 60 –jährigen ungewöhnlich, aber ein Glücksfall für das Publikum ist, den  sie schuf eine Brandbreite an Stilen von Collagen, Öle, Skulpturen, Eisen, Abstraktem zum Thema Mensch und Tier im Zirkus. Da Rolf selber mit Tieren und als Clown in der Manege stand, haben die Bilder auch eine Tiefe, die der Betrachter erst beim zweiten Blick sieht. Zuerst ist da viel Farbe und Bewegung, doch mit der neuen Technik der weissen Bilder fällt diese weg. Nach der klassischen Ölkreide übermalt er mit bis zu acht dünnflüssigen Sichten aus weisser Acrylfarbe das Motive und es bleibt am Schluss nur die rote Nase des Clown und der Rest ist „vernebelt“.

Ein Video über das reiche Leben auch im Film und Theater ergänzen dieses Schaffen aus der Welt eines Narrs, dessen Motive er vor der Haustür seines Wohnwagens auf dem Weg durchs Land fand.

juergkilchherr am 20.10.14 11:38

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