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Nils Althaus- Von Breakout zum Chanson

Der Poet des Normalen
Noch bevor Nils Althaus im provokativen Schweizer Hip-Hop Drama "Breakout" Jugendgewalt in der Sprache pubertiernder Jugendlichkeit darstellte, wählte der
Berner mit dem grossen Sendebewusstsein den Schweizer Alltag und Berndeutsch als Kommunikation auf seiner ersten CD "Fuessnote". Die fünfzehn Songs sind ein
Livemitschnitt aus drei verscheidenen Konzerten im Restaurant Alpin von letztem Jahr. Mit Witz nimmt der ehemalige Cellospieler die Hemmungen und
Schwierigkeiten des Normalbürgers auf die Schippe. Das ist auf den ersten Blick völlig unspektakulär und eine Wiederholung vom Können anderer Berner
Chansonniers. Auf den zweiten Blick ist es eine Aufforderung an den jungen Hörer, der sich seine Ohren mit i-pod und Augen mit Gratiszeitungen verdeckt,
der Poesie des Alltages mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nils Althaus feiert auf der CD das Fest der Liebe, die immer ein wenig verzwickter ist als im
Groschenroman und den Glauben an den Helden, der nicht weiss, dass er einer ist, da er in der Schnelllebigkeit des Alltags keinen findet, der ihm auf die
Schulter kopft. Mit dem Charme eines Lausbuben trägt der Blonde mit Dreitagebart und den langen Fingern seine kurzen Liedli vor, die sich eher im
kleinen Rahmen geniessen lassen und den Schweizer auffordern, doch nicht alles
so streng anzusehen. Wehmütige Melodien, einfache Musik - Nils Althaus ist als Chansonnier kein Mann der grossen Posen und Macho. Nach dem Studium der
Biochemie legt der 25jährige jetzt sein Gewicht auf das Singen und Gitarrenspielen. In seinem Lieblingskaffee Kirchenfeld hat der Sohn aus gutem
Haus viel Zeit, um an den Mundartworten zu feilen bis sie seine Botschaft auf den Punkt bringen. "Fuessnote"- ist Nils Althaus Versuch, der Routine seiner Mitmenschen eine poetische Note mit einem Augenzwinkern abzugewinnen. Einekleine Alternative zum Schein von Popmusik und mit viel Sinn fürs Sein.
www.nilsalthaus.ch

juerg kilchherr am 26.1.07 20:40

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