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Der Mann hinter Arno Camenisch

Der in Biel lebende Schriftsteller Arno Camenisch ist der erfolgreichste Schweizer Schreiber der Gegenwart. Gerade ist sein neuestes Werk "Die Kur" erschienen. Urs Engeler ist sein Verleger und gibt im Interview Einblicke in die Zusammenarbeit mit dem Bündner Autor.Urs Engeler, wann begegneten Sie Arno Camenisch das erste Mal?Das war am Bieler Literaturinstitut, wo ich Dozent bin. Arno las fünf Minuten aus einen Text bei einer öffentlichen Lesung. Er war witzig, sehr päsent und ich war begeistert. Das war 2007.Welches sind Ihre Aufgaben als Verleger und Betreuer von Arno Camenisch?Die Aufgaben sind vielfältig. Ich lese seine Texte, versuche sie zu verstehen und mache ihn auf Sachen, die darin nicht funktionieren aufmerksam. Die Texte der ersten Bücher kamen fast fertig auf meinen Schreibtisch und ich musste nur kleine Aenderungen vornehmen. Bei neuen Buch "Die Kur" ging es langsamer zu und her. Wir haben Episode um Episode angeschaut. Mir war im ersten Entwurf der Mann des pensionierten Ehepaares, das bei einen Wettbewerb vier Nächte in einem Fünfsternhotel gewinnt, zuerst zu extrem. Eher unsympatisch, da er ein grosser Nörgler ist. Ich habe meine Gedanken Arno mitgeteilt und nun ist die Figur verfeinert rausgekommen.Kann Arno Camenisch eigentlich veröffentlichen, was er will?Ja, es ist seine Literatur nicht meine. Mein Geschmack ist zweitrangig und nicht massgebend, ob ein Text veröffentlicht wird oder nicht. Ich bin eher für die sprachliche Kleinarbeit da, die Wortwahl, den Rhythmus usw.Warum ist der Bündner so erfolgreich auf der ganzen Welt?Weil er es sein will.Er macht ja extrem viele Lesungen, kann bei einer Anfrage fast nie nein sagen. Zudem ist es seine Person, sein Charm, seine Art, den Text aufzuführen, die eine Lesung unterhaltsam machen. Er bekommt auch viele Anfragen für Kolumnen in Zeitungen. Bis jetzt hat er keine gemacht. Ich plane auch seine Termine. Schlussendlich macht Arno, was er will.Ist ein Verleger auch da, wenn es bergab geht?In der Oeffentlichkeit nimmt man Arno als Strahlemann wahr, doch es gab in den sieben Jahren Zusammenarbeit Auf und Abs beim Schreiben. Da gab es auch intensive Gespräche.Wird aus einer Verlegerzusammenarbeit auch eine Männerfreundschaft?Ja, wir machen manchmal einen Ausflug mit der Tochter von Arno zusammen.engeler verlagWas die Glarnerin Christa Pelliciotta über das neue Buch von Arno Camenisch "Die Kur" denkt, sehen sie hier.

juerg kilchherr am 29.9.15 09:01

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