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Die Legos und Miro in Zürich

The Art of the Brick - Puls 5 Zürich bis 10.1.16In der Kindheit des Nathan Sawaya aus Washington muss es gewesen sein, wie bei uns. Die Mädchen hatten die Barbies und die Buben die Legos, um die Welt der Erwachsenen nachzumachen, um sie zu verstehen. Aus dem Amerikaner wurde ein Anwalt bis das Kind in ihm wieder nach dem dänischen Spielzeug rief und er wieder begann zwischen Daumen und Zeigefinger mit den zackigen Steine zu spielen und diesmal Werke namhafter Künstler nun als eigener Künstler nachzubilden. Das war der Anfang einer Bildhauerkarriere mit Legos.Bis zu einer Million Legos hat Nathan Sawaya in der 100 Arbeiten umfassenden Ausstellung in Zürich benutzt, um Menschen,Tiere und Gefühle dazustellen. Waren die ersten Arbeiten noch historische Figuren wie der römische Heerscher Augustus oder Michel Angelos David, verwendete Sawaya die Steine und ihre 3 D Dimension später um Gefühle hervorzurufen oder sich philosophische Fragen zu stellen und die Antworten mit den stets an Pop Art erinnernden Legos zu malen oder besser gesagt, darzustellen. So findet das Selbstporträt oder der Totenkopf Einzug in die spezielle Kunst mit einem Kinderspielzeug.Alle Werke haben etwas von verpixelten Bilder und spätestens mit der Zusammenarbeit mit dem Fotografen Dean West in der Serie "In Pieces" findet das Legoobjekt eine neue Heimat. Die Bahnschiene oder der Regenschirm aus Lego wird nun in der Landschaft als echter falscher Gegenstand in Szene gesetzt zusammen mit Menschen, die ihrem Alltag nachgehen und die Kamera hält diese Szenerie als Foto fest.Zu Schluss der Ausstellung, die sich sowohl an Erwachsene wie Kinder richtet, kann jeder selber in den Kasten greifen und mit den Legos Kunst oder Spielzeug wie anno dazumal machen.Miro - Mauer, Fries und Wandbild - Kunsthaus Zürich bis 24.1.16 Das Glück des Katalanen Joan Miro war es einige Jahre vor Picasso berühmt zu werden, den nur so konnte sich die Kunstwelt an das Wenige, was auf seinen Gemälden war gewöhnen und für gut finden. Noch heute rutscht es Nichtkunstkernern aus dem Mund, dass sie diese paar Pinselstriche, ein wenig Farbe auch selber hätten malen könnten, den sie erinnerten an Kinderbilder. Doch dieses Oberflächliche und Einfache ist die Absicht des Künstler, der die Malerei ermorden wollte und die abstrakte Sparsamkeit wie den angstfreien Umgang mit der Leere im Bild und an der Wand sein ganzes Leben suchte.Die aktuelle Ausstellung in Zürich setzt das Wandbild in den Kontext des Gesamtwerkes und veranschaulicht mit Werken aus allen Epochen der Laufbahn des Künstlers seine Liebe für grosse Formate. 70 Werke Miro, 70 Linien, Farbklecks, Fabelwesen auf Leinwand, Sandpapier oder Sackleinen gegen die Trübsal des Lebens, das findet sich im Kunsthaus Zürich mit Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen. Die momentale Form und die Reduziertheit der Bildsprache zeugen auch vom Vertrauen Miros in die Interpretationslust der Zuschauer, der das Grossfigürliche von kindlicher Leichtigkeit zu deuten weis mit seiner Phantasie.Gerne hätte man sich für diese Ausstellung noch ein besseres Licht gewünscht, damit die Texte neben dem Bild besser zu lesen wären.

juerg kilchherr am 20.10.15 22:14

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