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Argovia Philharmonic und die Jungstars der Klassik in concert

Louis Schwizgebel wurde 1987 in Genf geboren und als er das erste Mal nach seinen Studien in Lausanne und Berlin vor das Publikum trat und seine Finger über die schwarzen und weissen Tasten des Klaviers glitten, waren alle begeistert wegen der Musik, dem Talent und dem Vorteil der Jugend seinem Aussehen. Die Fingerfertigkeit und das schweizerisch-chinesische Gesicht, eine gewisse Extravaganz bei dem Konzerten und die Welt lag und liegt ihm bis heute zu Füssen. Ausser in der Deutschschweiz. Da ist sein Bekanntheitsgrad immer noch relativ. Das Konzert vom 28.11.15 20.00 Uhr in Aarau und die neue CDArgovia Philharmonic bietet dem Genfer seit September in einer Reihe von Auftritten sein Können den Deutschschweizern vorzustellen. Am Samstag den 28.11. hat der mittlerweile 28-jährige seine dritte CD im Gepäck. Sie trägt den Titel "Saint-Saems- Pianoc Concertos 2 & 5". Nicht ohne Zufall kann man behaupten, wählte der Schweizer Charles Saint Saens aus. Den wie er war auch der Pariser ein Jungtalent, das mit drei Jahren begann Musik zu spielen und mit sechs Jahren seine erste Komposition schrieb. Der 1835 geborene Franzose übte später noch vier weitere Berufe wie Organist, Musikwissenschaftler, Musikpädagoge und eben Pianist/Komponist aus. Ein wenig viel auf einmal, um die Kraft ganz auf das "Starsein" zu verwenden. Jedenfalls starb er vergessen. Nun hat sich Louis Schwizgebel zusammen mit dem BBC Symphony Orchester zwei Klavierkonzerten der Romantik angenommen. Das erste beginnt mit einer einfachen Tonleiter bevor das Orchester einsetzt. Das erste Konzert ist live aufgenommen und ein leichtes Rauschen hört man oft. Mag Louis Schwizgebel Saint Saems fehlerlos interpretieren und ist der zweite Teil sehr romantisch, bliebt doch ein Nachgeschmack. Anders als Schwizgebels Debut "Poems" , die voller erstaunlicher Momente ist, beginnen die Klavierkonzerte von Saint Saems irgendwann zu langweilen. Ihr Aufbau ist konservativ und altmodisch und irgendwie hat man jeden Akzent schon einmal irgendwann gehört. Doch ein Konzert von Louis Schwizgebel lebt nicht nur von der Musik sondern von der Hingabe des Künstlers, seiner Aura und seinem Charme. Davon hat der Genfer viel und wird die Aargauer verzaubern, davon bin ich sicher, den er bringt noch eine Russin mit:Albina Ibragimova wird zum ersten Mal in der Schweiz spielen und zwar gleich dreimal hintereinander. 24., 27, 29.11 sind die Daten an denen die russische Geigerin das Violinkonzert "D-Dur op. 61 von Ludwig van Beethoven" aufführen wird.Einen Vorgeschmack wie die 30-jährige Russin spielt, gibt ihre neue CD mit fünf Violinkonzerten von Johann Sebastian Bach "Bach Violin Concertos". Posiert Albina Ibragimova auf dem Cover noch lässig an einer Bushaltestelle als zierliche Frau, überrascht jeder Ton dieser CD. Voller Wärme und Seele geigt sich die Russin durch die Bach-stunde und setzt derart in Erstaunen, das diese CD unter der Leitung des Dirigenten Jonathan Cohen ein Muss ist, aber kein beiläufiges Hören erlaubt.

juerg kilchherr am 12.11.15 15:30

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